Die Hohe Strasse

26.5.2023 von Chris

Da ich passionierte Radlerin bin, interessiere ich mich immer für durchgehende Radwege abseits von Straßen, in schöner Natur, wo dann mein Interesse für Vögel, Insekten und Pflanzen befriedigt werden kann. Die Hohe Strasse vereint alle diese Vorzüge praktisch perfekt! Von Bergen aus kann man im Grunde nach wenigen Metern mit der Tour beginnen. Der Berger Hang ist ein Relikt vom Urstromtal des Mains und sozusagen der westliche Startpunkt der Hohen Strasse im Frankfurter Osten Richtung südlichste Wetterau bzw. des Ronneburger-Hügellands. Man kommt dort schnell auf Maintaler Gemarkung und fährt quer durch die Felder Richtung Lohe, einem bewaldetem Höhenrücken zwischen Bischofsheim und Niederdorfelden, wo auch ein Fernmeldeturm steht.

Angenehm an der Radtour ist, dass es jetzt kaum noch große Steigungen geben wird, da man sich immer auf dem eiszeitlichen Höhenrücken weiterbewegt, mit grandioser Aussicht entweder hinunter ins Maintal mit Blick auf Offenbach, Maintal-Stadt, Hanau, im Hintergrund Odenwald und Spessart, oder nach Norden in die Täler der Wetterau mit Blick auf den Taunusrücken. im Osten kann man die Höhenzüge des Vogelsbergs erahnen, vorausgesetzt es ist klar genug. Entlang der Strecke gibt es immer wieder lustige Haltepunkte, die zu Pausen einladen: diese Orte sind auch oft “möbliert” mit allerlei witzigen Objekten (Fotos siehe beigefügten Link unten).

Von der Lohe geht es weiter auf Schönecker Gemarkung mit dem Hühner-, Galgen- und Gelben Berg, wo sich seit einigen Jahren ein Windpark befindet. Blick nach unten auf Kilianstädten: von hier aus kann man in der Ferne auch schon die Ronneburg erblicken. Bis dahin sind es allerdings noch einige Kilometerchen. Zuerst kommt man beim “Wartbaum” auf Nidderauer Gemarkung: eine uralte Eiche, sehr alter Gerichtplatz und heute Austragungsort eines Mittsommerfeuers Ende Juni. Im Tal liegt Windecken, auch dies ein geschichtsträchtiger Ort mit alten Marktrechten und einer kleinen Wasserburg an der Nidder. Es geht weiter an Ostheim vorbei nach Butterstadt (einem echten Bauernkaff) und von dort auf Hammersbacher Gemarkung.

Ab hier bieten sich vorbei an Marköbel alternative Routen Richtung Gründau/Gelnhausen über Hüttengesäß, oder durch den Wald nach Ronneburg/Büdingen. Die Tour durch den großen Wald, mit den einzigen nennenswerten Steigungen der Strecke zur Ronneburg hoch, ist schöner. Man wird dort belohnt mit der Einkehr in ein rustikales Restaurant oder einem gemütlichen Café und der grandiosen Aussicht vom Bergfried zurück auf die Skyline von Frankfurt, deren Türme über die hügelige Landschaft hinausragen…

Die gesamte Route findet zum größten Teil auf asphaltierten Wegen statt, im Wald auch mal auf Schotter. Straßen sind nur zu überqueren: kein einziger Meter muss im Autoverkehr absolviert werden. Wer noch nicht müde ist, könnte nun über den Herrenhaag auch weiter nach Büdingen fahren: ein wunderbarer Ort mit geschlossener Stadtmauer und mittelalerlichem Schloss, gelegen am Rande des Vogelsbergs. Dafür sollte man aber wirklich gute Kondition mitbringen! Oder man besteigt dort später das Bähnchen Richtung Gelnhausen und fährt von da mit dem Doppelstöcker zurück nach Frankfurt. Die Hohe Strasse war früher wichtige Handelsroute Richtung Leipzig und auch ein Teil des Bonifatius-Pilgerwegs Richtung Fulda in Osthessen.

Tipps für die Freizeit

Streckenpläne findet ihr im Internet – orientiert euch an meinen Ortsangaben

Hier gibt es viele Sonderveranstaltungen

Im Zweifel das Internet bemühen!

16 Comments

  1. Chris
    It is interesting to notice that the bike road on the high road was once used by merchants to Leipzig and pilgrims to Fulda. The city of Frankfurt skyline must be a dramatic sight from the green hills.
    Being able to cycle away from traffic must be very welcome.

    • Ja Ralph, es sind kleine Fluchten in die unberührte Natur.
      Wobei ich ja nicht in der City wohne, sondern am östlichen
      Rand der Stadt, so dass man das Grün direkt vor der Tür hat.

  2. Liebe Chris!
    Danke, dass Du uns auf eine längere Radtour in Deiner Umgebung mitgenommen hast.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass man Stress hinter sich lässt, wenn man diese Strecke ohne Autos und allzu viele andere Radfahrer… fährt, das ist schon fast eine meditative Übung. Und wenn man dazu noch nette Tierbeobachtungen machen und
    – Begegnungen haben kann und an Burgen, schönen Aussichtspunkten, gemütlichen Cafés und Restaurants vorbei kommt, umso besser. Danke auch für die Links.

    Viele Grüße
    Anke

    • Solltet ihr mal in der Nähe sein, so lohnt
      sich ein Besuch der mittelalterlichen Stadt
      Büdingen besonders – es gibt dort auch nette
      kleine Hotels oder Pensionen und man kann in
      den umliegenden Wäldern wunderbar wandern! 🙂

    • Das ist natürlich nicht meine tägliche Strecke.
      Solche Touren mache ich zwar mehrmals im Jahr,
      aber die normale Abendtour ist dann doch etwas
      kürzer und mehr in meiner Nähe… 😉

  3. Liebe Chris – Mal eine ganz andere Art von Bericht hier in ‘KM’, der auch die Leser etwas fordert, wenn man Deine schon so detaillierte Beschreibung eines Teils Deines Heimatgebiets nachverfolgen will.

    Du bist wirklich eine ausgewiesen ‘Radler-Aktive mit Naturblick’ und ich freue mich – wenn ich schon mal ab und an doch noch in ‘Die Knuipe’ lande, immer über Deine kleinen beschriebenen unterwegs erlebten Tier- und Landschafts-‘Abenteuer’.

    Danke für Deinen Beitrag.

    Dank auch für die abschließenden Hinweise, auf deren Spuren ich mich irgendwann später mal bewegen werde. Ich hatte mir schon vorgenommen, ‘auf Deinen Spuren’ im Netz mal auf Recherche zu gehen 🙂

    • Das war jetzt der Frankfurter Osten.
      Ich hab da noch einen Report für
      die Touren am Main: vielleicht
      bringen wir den später mal. 🙂

  4. Liebe Chris

    Von einer passionierten Radlerin zu einer anderen, wünsche ich Dir dieses Jahr viele solch schöner Radl-Touren, wie diese hier. ´
    Ich liebe meine Radtouren. Ich fahre alleine und schätze die Ruhe, den Wind und die die Landschaft.

    Danke Dir für die herrliche Tour-Beschreibung

    Hugs,
    Anita

    • Hallo Anita
      Ich wäre erfreut, von den Touren in Bayern zu lesen.
      Vielleicht überkommt dich mal die Schreiblaune ?
      Zumal Du ja auch Fotos machst (dieses Talent ist
      mir leider nicht gegeben). Mervi wäre sicher
      nicht abgeneigt, solche Stories zu bringen.
      Grüße
      Chris

  5. Chris – Thank you so much for giving some hints of how to spend a coming Summer holiday! The sceneries are fantastic and the silhouette of Mainhattan is very impressive!

    • I´ve written about another tour at the river Main: the castles between Frankfurt and Aschaffenburg. Maybe this report will be interesting for the readers in the month of June – its a kind of holiday-report. I will contact you then… 🙂

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