Momentaufnahmen – Zoo Berlin vom 06.03.24 – Teil 1

11.3.2024 von Anke B

Der Morgen war schön. Sonne und Wolken wechselten in schneller Folge, es wehte ein leichter Wind und die Temperatur betrug kühle 8°C.

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Überall zeigte sich schon das erste Grün an Bäumen und Sträuchern und Frühlingsblüher wie gelbe und blaue Krokusse, Scilla und Schneeglöckchen hatten sich schon einen gewissen Vorsprung verschafft und brachten Farbe in Vorgärten und Parkanlagen. Ein perfekter Tag für einen Zoobesuch. Unser Käfer ist noch im Winterschlaf und wir fuhren mit dem Bus.

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Erst am Vortag hatte uns die Nachricht, Gorillaweibchen Djambala (24) wäre Mutter geworden, überrascht und begeistert. Diese Freude wollten Thomas und ich nun im Zoo mit anderen Besuchern teilen und planten außerdem, viele unserer Lieblingstiere an diesem schönen Frühlingstag zu besuchen.

Wir haben einen langen Rundgang gemacht, den wir am Löwentor begannen. Immer wenn ich die tollen Steinplastiken der Schuhschnäbel gleich hinter dem Eingang sehe, wünsche ich mir, diese Vögel mal in Echt bewundern zu können.

Am Steinbockfelsen blühten schon die ersten Azaleen und alles sah aus, wie es sollte im Frühling. An der Giraffenanlage entdeckten wir einen rosa blühenden Schneeball. Die Giraffen Max und Mugambi standen zusammen vor ihrem Vorgehege. Wie gut, dass sie sich vertragen.

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Die Elefantendamen Carla und Pang Pha knabberten an dürren Bambus Überresten und Elefantenbulle Viktor schien auf irgendetwas zu warten; er hob mal den einen Fuß, mal den anderen. Drumbo suchte etwas entfernt von ihm mit dem Rüssel im Sand nach Pellets.

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Wir gingen an schlafenden Flamingos, Stachelschweinen und „gechillten“ Erdmännchen vorbei, beobachteten, wie sich Fatou draußen auf ihrem Bett aus Holzwolle zu einem Nickerchen niederlegte und liefen an den leeren Außenanlagen der Orang Utans und Schimpansen vorbei.

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Im Affenhaus sahen wir den abgesperrten Bereich der Menschenaffen, was wir auch so erwartet hatten. Die Gorilla Familie sollte schließlich nach Djambalas Niederkunft nicht gestört werden. Ich fragte zwei Mitarbeiter des Zoos, ob mit dem Gorilla Baby alles in Ordnung sei, bekam aber nur ausweichende Antworten, was mich nicht weiter beunruhigte, da das Personal des Zoos in den letzten Jahren dazu angehalten war, Besuchern keine Auskünfte zu erteilen und sie auf die Website, bzw. Pressemitteilungen des Zoos zu verweisen.

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Wir durchquerten das Tropenhaus, sahen die ganze Aguti Familie und die kleineren Äffchen: die Eulenkopf Meerkatzen, Kapuziner, Gibbons und Hutaffen bei ihrem Mittags Snack, der aus unterschiedlichem Gemüse bestand.

Das Tor zum Panda Garden gegenüber leuchtete einladend in der Sonne und wir beschlossen, Meng Meng und Jiao Qing einen Besuch abzustatten.

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Riesenpandas sind Einzelgänger und haben nur an wenigen Tagen im Frühling die entsprechenden Gefühle… Tatsächlich sahen wir beide jeweils auf ihrer Seite der getrennten Anlage vor dem noch verschlossenen „Liebestunnel“, der ihnen ein Zusammenkommen ermöglicht. Das sah schon mal vielversprechend aus. Wenn es ein Mal läuft…

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Ihr erster Nachwuchs, die beiden männlichen Jungtiere „Pit und Paule“ waren nur noch auf aufgehängten Monitoren präsent und wir hoffen, dass es ihnen nach ihrem Umzug nach China weiterhin gut geht. Vielleicht gibt es ja mal ein Update?

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Wir gingen hinüber zum Raubtierhaus bzw. „Haus des Jägers“. Die Löwen lagen draußen entspannt erhöht auf einem Felsen und hatten alles im Blick. Es sind wirklich schöne junge Tiere, die als Geschwister hoffentlich nicht für immer zusammenbleiben, da die Löwinnen, um Inzest zu verhindern, mit der Pille verhüten müssen, was in Bezug auf ihre Gesundheit problematisch sein könnte.

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Auch die niedlichen kleinen indischen Pandas waren nach Wochen endlich mal wieder in ihrem Gehege zu sehen. Sie liefen herum, drehten unermüdlich ihre Runden und kletterten schließlich beide auf ihre jeweiligen Futterplätze und taten sich an frischem Bambus gütlich, den die Pfleger an ihre Kletterbäume gehängt hatten.

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Im Haus gelang es uns, den neuen Zuwachs bei den Schmalstreifen Mungos zu sehen. Das Baby wurde manchmal recht ruppig von seiner Mutter geschnappt und im Maul hin und her getragen. Es wirkte fast, als wolle sie das Kleine den Blicken und Kameraobjektiven der Besucher entziehen.

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Wir gingen durch das Haus und schauten in jedes Gehege. Nicht in allen waren Tiere zu sehen, weil üppiger Pflanzenbewuchs ihnen Verstecke und Rückzugsmöglichkeiten bot oder weil sich schlicht kein Tier darin befand… Zu sehen und bewundern waren aber die hübschen Sandkatzen, die wunderschöne Jaguar Katze Aloha, die sich ausgiebig putzte und eine sehr müde Tigerin, der hinter der Scheibe die Augen zufielen. Ihre Schwester befand sich draußen und war für ein vernünftiges Foto zu weit weg.

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9 Comments

  1. Ich freu mich über jedes Bild und Wort aus meinem Lieblingszoo,dankeschön,liebe Anke! 💔👍😘.Im Sommer bin ich wieder da.Alles Liebe für Djambala,es tut mir so leid um ihr Baby und für sie 🖤.

    Liebe Grüße von Brigitte.

  2. Ein Zoo-Berlin-Bericht wie ich ihn liebe. Du kannst es immer noch. Es würde mich nicht wundern, wenn Du Dich irgendwann noch zu irgendeiner Art von Schriftstellerei – und sei es nur für den Privatgebrauch – entschließen würdest. Das liest sich alles so geschmeidig, wie ein warmes Messer durch Butter gleitet 🙂

    Besonders freut es mich, dass Du Dich nun wirklich entschlossen hast, eigene Fotos hochzuladen bzw. hochladen zu lassen (Danke, Mervi).***

    Die Schuhschnäbel liegen auch mir immer zu Beginn schon irgendwie am Herzen (im Tierpark Berlin habe ich vor Jahren einen in echt gesehen: köstlicher Vogel, der immer ziemlich aggressiv versuchte, einer putzenden Pflegerin ihren Besen mit dem Schnabel wegzuhauen. . . 🙂

    Ich hinke ja immer etwas hinterher: so habe ich bei meinem letzten Zoo-Besuch eine vor der Anlage vorbeigehende Zoo-Mitarbeiterin gefragt, ob denn nun das Panda-Gehege in seinen doch ganz schönen Dimensionen einfach ungenutzt leer bleiben solle . . . Ich hatte es einfach nicht auf dem Schirm, dass das Ursprungspaar ja immer noch da ist (es war nur nirgends zu sehen!) und dass es nur die KINDER PIT und PAULE sind, die inzwischen in China leben. Ui-ui-ui – man beschaffe mir bitte eine neue Leitung!

    Das Bild von den Flamingos ist mein absolutes Lieblingsbild. Da ist so viel Wunderschönes drauf: die Flamingos an sich mit ihrer tollen Färbung und in dieser lustig wirkenden Formation, fast alle mit gesenkten Köpfen, wie schlafend – und die Schatten . . . aber auch das ganze Drumherum, die Zoo-Landschaft und das unübersehbar Frühlingshafte im Gesamtbild. . . . . Gut mithalten kann diesbezüglich auch der geschlängelte Graben und der Steinbockfelsen!

    Ganz schön fand ich es, dass es Dir gelungen ist, den frühlings-hell/-positiv freudigen Grundton beizubehalten, obwohl Dir zu dem Zeitpunkt Deines Berichts auch Anderes schon bekannt gewesen sein musste. . . . Das muss man können!

    PS ***:
    Dass nun auch der Name der/des Fotograf/in/en (zusätzlich zum ‘by Mervihannele’, was ich auch OK finde) und ‘all rights reserved’ – alles in dezent kleiner Schrift – erscheint, finde ich gut. [Mervi hatte und hat schon immer z.B. mein OK, dass sie meine Bilder ohne Rückfrage verwenden darf, es ist aber trotzdem schön, wenn der/die geneigte Leser-/Gucker-/in sehen kann, von wem welche Fotos ursprünglich stammen.

    • Dear Dumba!

      When I get the photos I have to upload them to flickr to be able to publish them. The photos are stored in albums with the photographer’s name. Unfortunately the ‘copyright’ appears in the photos and I can’t do anything about it. However, I always tell the photographer’s name in the articles in KM.

  3. Vielen Dank für die schönen Fotogrüße und den ausführlichen Bericht aus dem Berliner Zoo ❣👍👌
    Es ist traurig, dass das Gorillababy gestorben ist. Schade, dass Tilla nun doch keinen Spielkameraden hat…
    Pit und Paule hören nun auf ihre chinesischen Namen, sie sind wohl noch zusammen und raufen gerne und neben ihnen lebt ein Panabär, der aus Frankreich zurückgekehrt ist…🐼🐼

  4. Liebe Anke!
    Du hast den Zoobesuch sehr gut beschrieben.
    Schade, dass Djambalas Baby nicht überlebt hat. Ich habe mich über die Geburt sehr gefreut.
    Hugs
    Ludmila

  5. Liebe Anka,

    dein Zoobericht ist wieder ein großartiger Genuss, vielen Dank!
    Beonders habe ich auch die Beschreibung der Frühjahrsblüher genossen, weil ich hier in einem Heim ohne gärtnerische Anlage den Genuß der Natur sehr vermisse.

    Bei deinem anschaulich beschriebenen Zoobesuch mit seinen Bewohner hatte ich wieder das Gefühl, direkt neben dir zu stehen. Bei den weiteren Lobeshymnen schließe ich mich Dumbas Worten vollinhaltlich an!

    Herzliche Grüße
    Britta-Gudrun

    Dear Anka,

    Your zoo report is once again a great pleasure, thank you very much!
    I particularly enjoyed the description of the spring bloomers, because I miss the pleasure of nature very much here in a home without a garden.

    Your vivid description of your visit to the zoo and its inhabitants made me feel like I was standing right next to you again. I fully endorse Dumba’s words of praise!

    Best regards
    Britta-Gudrun

  6. Danke für Eure freundlichen Kommentare!
    Liebe Britta-Gudrun, es ist mir ein bisschen peinlich, aber ich habe mich geirrt und inzwischen nach dem vollständigen Aufblühen festgestellt, dass es sich bei dem rosa blühenden Strauch an der Giraffenanlage nicht um einen Schneeball handelt. Ein Gärtner, den ich gefragt habe, meinte, dass es sich um eine Zierkirsche oder -pflaume handelt.
    Liebe Grüße
    Anke

  7. Dear Anke Thank you for the lovely detailed report. I am very sad about how Berlin Zoo has changed. I never thought I would write these words, but it was better under Dr B.

  8. Liebe Anke

    Ihr habt Euch einen schönen, wenn auch kalten Tag, für einen Zoobesuch ausgesucht.
    Ich habe mich gefreut mit Dir durch den Zoo zu gehen und nicht nur die Bilder zu sehen, sondern auch all die Infos zu bekommen.
    Dass die Tierpfleger nichts mehr sagen dürfen, kenne ich auch von München. Es ist nicht einfach für sie. Sie können nur auf die Pressemitteilungen verweisen. Das ist sehr schade. So wird der Austausch zwischen den Pflegern und den Besuchern behindert. Ob das wohl gewollt ist?
    Ich freue mich immer sehr, wenn ich sehe, dass Fatou noch da ist.

    Liebe Grüße,
    Anita

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